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Die Neuerungen bei den ITF-Turnieren. Und was Spieler und andere Kritiker darüber denken …

 

Nicht nur im Hinblick auf de Davis Cup hat sich die internationale Tenniswelt 2019 radikal verändert. Auch auf der Ebene der ITF-Turniere gab es gravierende Änderungen – die bei Spielern, Trainern und Beteiligten nicht unbedingt auf Gegenliebe stoßen.

Deutschlands Tennis-Blog your-tennis.de erklärt die wichtigsten Neuerungen der ins Leben gerufenen „ITF World Tennis Tour“ und zeigt, welche Auswirkungen das für den internationalen Tennissport haben wird.


ITF World Tennis Tour 2019Neue Tour, neues Logo: Die ITF World Tennis Tour zeigt sich seit 2019 auch mit einem neuen Desing

 

Wie heißt die neue Tour?

Neues Design, neues Logo und ein neuer Name: Die Begriffe „ITF Pro Circuit“ und „ITF Junior Circuit“ gibt es seit Anfang 2019 nicht mehr. Ab sofort heißt die komplette Serie „ITF World Tennis Tour“.


Welche Turnier- bzw. Tournament-Kategorien gibt es bei dieser neuen ITF World Tennis Tour?

Zu der neuen ITF World Tennis Tour zählen jetzt alle ITF-Jugendtennisturniere sowie alle Turniere der Kategorien 15.000 und 25.000 US-Dollar bei den Damen und Herren. Bei den Damen gehören ebenso noch mit 60.000 bis 100.000 US-Dollar dotierten Tennis-Turniere zu der neuen ITF World Tennis Tour. Bei den Herren sind die mit 60.000 und 100.000 US-Dollar Tennis-Turniere wie bisher der ATP-Challenger-Tour zugeordnet.


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Welche Gründe gibt es für diese Umstrukturierung?

Laut ITF gibt es für dieses neue System zahlreiche sinnvolle Gründe, die jedoch von vielen Spielern kritisch betrachtet werden. Die wichtigsten Argumente nach Auskunft der ITF:

  • Nachwuchs-Tennisspieler sollen einen einfacheren Weg in das Profi-Tennis der Erwachsenen finden.
  • Mehr Tennisspielerinnen und Tennisspieler, die ausschließlich auf der ITF-Tour unterwegs sind, sollen besser von ihren Preisgeldern leben können.
  • Das leidige Thema der Wettmanipulation im Tennis soll gezielt bekämpft werden.

 

Keine ATP- oder WTA-Punkte mehr auf der Transition Tour

In die Transition Tour werden sowohl bei den Damen als auch bei den Herren die Tennis-Turniere mit einem Preisgeld von 15.000 US-Dollar integriert. Alle Transition-Tour-Turniere geben ITF Entry Points anstelle von ATP und WTA-Punkten.


ITF World Tennis Tour 2019ITF: Das neue System der World Tennis Tour 2019

 



Das neue ITF Ranking-System

Mit den ITF Entry Points hat die neue Tour hat jetzt eine eigene Weltrangliste. So werden bei den Damen erst ab einem Preisgeld von 25.000 US-Dollar die bisherigen WTA-Weltranglistenpunkte vergeben. Bei den 15.000 US-Dollar-Tennisturnieren erhalten die Spielerinnen jetzt sog. „ITF-Weltranglistenpunkte“.

Bei den Herren erfolgt in der niedrigsten Kategorie diese Änderung analog. Bei den höher dotierten Tennisturnieren unterscheidet sich die Regelung jedoch von den Damen:

Bei 25.000 US-Dollar Tennis-Turnieren und auch bei ATP-Challengern wird jetzt um zwei verschiedene (!) Weltranglistenpunkte gespielt: Nämlich einmal um die ITF-Weltranglistenpunkte und einmal um die bekannten ATP-Weltranglistenpunkte. Bei Jugend-Tennisturnieren gibt ausschließlich ITF-Jugendweltranglistenpunkte.


Und wer darf jetzt eigentlich wo spielen?

Auch bei dieser Frage gibt es entsprechend neue Regelungen, über die man zumindest kontrovers diskutieren darf:

Women’s Circuit: 5 reservierte Plätze für die besten ITF Entry Point-klassierten Spieler fürs Hauptfeld der 25.000 US-Dollar Women’s Circuits. Sonst sind für WTA-dotierte Turniere nur noch Spielerinnen mit einem WTA-Ranking (ex. Wildcards) zugelassen.

Herren: Die Anzahl reservierter Plätze für die Qualifikation der ATP Challenger-Turniere für Spieler der ITF Entry Points erfolgt aufgrund weiterer Abklärungen im Verlauf des Jahres.

Junioren: 5 reservierte Plätze für Top 100-Spieler der ITF Junioren Rangliste fürs Hauptfeld der Transition Tour.

 

Die Reaktionen und Meinungen zur neuen ITF World Tour: Konfusion, Panik, Katastrophe für den Tennissport

Wenn man sich unter den betroffenen Tennisspielerinnen und Tennisspielern sowie deren Coaches umhört, herrscht allgemeines Kopfschütteln oder sogar Wut über die Änderungen der ITF.

Z.B. weil durch die neu vorgeschriebenen Teilnehmerzahlen viel Spiel- und damit auch Einnahme-Möglichkeiten wegfallen: So sind unter der neuen ITF World Tour  bei den Herren rund die Hälfte aller Plätze in den Auslosungen bzw. Draws weggefallen: Waren es in den Monaten März, April und Mai 2018 noch rund 18.000 (in Hauptfeld und Qualifikation), sind es im selben Zeitraum 2019 nur noch etwas über 9.000.


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Petition gegen die neue ITF World Tour

Den (bisherigen) Höhepunkt des Widerstands der Tennisspieler gegen die ITF-Reform ist wohl eine bei der ITF eingereichte Petition, die von 700 Tennisspielerinnen und Tennisspieler unterzeichnet wurde.

In der Petition wird u.a. die Einführung eines einheitlichen Ranking-Systems für die WTA und die ATP gefordert. Ebenso die Eigenverantwortung für Turnierdirektoren, wie groß das Qualifikations-Feld sein darf. Auch geht um Chancen für die Tennis-Profis, die sich lediglich auf das Doppel konzentrieren wollen. Thematisiert werden auch Obergrenzen für Hotelkosten.


Die Ängste und Sorgen der Tennisprofis auf der Transition Tour

Gegenüber dem Portal tennisnet.com beschreibt der der ehemalige Davis-Cup-Spieler Alexander Waske die Situation: „Auf der Transition Tour herrscht Konfusion und Panik, die Spieler haben Angst um ihre Existenz. Derzeit reisen beim einem 25.000-Turnier bei den Damen ca. zehn Spielerinnen zwischen Weltranglisten-Position 400 und 600 an und können nicht mal mitspielen, zahlen aber die Reisen“, so der Leiter der Waske Tennis-University in Offenbach, der viele Jung-Tennisprofis auf ihren Weg in das bezahlte Tennis begleitet.

 

Das denkt Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann über die Transition Tour

U.a. auf der Website des DTB zeigt sich auch der Deutsche Davis-Cup-Kapitän wenig erfreut über die Änderungen: „Für mich hat sich vieles schon im vergangenen Sommer sehr falsch angehört. Die Aussage, dass es mehr Möglichkeiten für Spieler gäbe, habe ich damals schon nicht verstanden. Und für mich gab es auch nie einen Grund, warum Turnierdirektoren ein 15.000er-Turnier austragen, wenn es dafür keine Punkte gibt. Ich habe in den vergangenen Tagen in Südamerika mit vielen Spielern gesprochen, die aktuell gar nicht spielen können, weil hier gar nichts läuft und es einfach keine Turniere gibt. Insofern ist das neue System sehr beschämend für die ITF, und ich hoffe, dass da schleunigst was passiert. Die ITF zeigt mal wieder, dass sie sehr viele Entscheidungen treffen, die nicht zum Wohle der Spieler sind“, so Michael Kohlmann.

 

Und wie soll es jetzt weitergehen? Bisher wie von der ITF geplant – auch wenn das Spieler und Coaches sehr ärgert. Bleibt abzuwarten, ob die Proteste zu einem Umdenken bei der ITF führen werden …


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