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Die neue LK-Berechnung im Tennis: Was wird sich ändern? Und was wird trotz der LK-Reform trotzem nicht besser und gerechter werden?

Reform der Leistungsklassen im DTB: Start der neuen Tennis LK im Oktober 2020

 

Viel wurde gestritten und diskutiert, jetzt stehen scheinbar zumindest die wesentlichen Eckpunkte der längst geplanten Leistungsklassen-Reform im DTB fest. Bei der 71. Ordentlichen Mitgliederversammlung des Dachverbandes im Dorint Hotel Sanssouci in Potsdam verriet DTB-Präsident Ulrich Klaus, wie das neue LK-System aussehen soll und wann es startet:

  • Mit Start am 1. Oktober 2020 sollen Tennisspielerinnen und -spieler in Deutschland demnach stets aktuell ihren LK-Punktestand mit einer Nachkommastelle online einsehen können.
  • Neben weiteren Neuerungen werden vor allem künftig auch die Doppelergebnisse „adäquat in die LK-Bewertung einbezogen“, so Klaus weiter.
  • Eine durchaus sinnvolle Berücksichtigung und Einberechnung von Niederlagen gegen schwächere Spiele wird es aber scheinbar auch weiterhin nicht geben.



Leistungsklassen-Reform: Warum die moderate Berücksichtigung von Niederlagen sinnvoll wäre – aber dennoch nicht realisiert wird


Gerade die moderate Einberechnung von Niederlagen wäre aber wohl ein wichtiger Schritt, damit die Tennis-Leistungsklassen auch in Deutschland endlich einen halbwegs objektiven Stand der jeweiligen Leistungen widerspiegeln können.

Interessant: Sowohl der alte als auch der neue LK- und Ranglistenausschuss des DTB hat sich einstimmig für das ITN-System entschieden, welches seit längerer Zeit in Österreich erfolgreich angewandt wird. Das ITN-System ermöglicht eine spielstärkegerechte Darstellung und erfüllt viele Punkte, die an der aktuellen Berechnung des LK-Systems im DTB kritisiert werden. Es ist ein sportlich gerechteres System und garantiert langfristig eine gerechte LK-Berechnung. Unter anderem auch deshalb, weil beim ITN moderat Ergebnisse in die Berechnung einfließen!


DTB-Abgabe für Teilnehmer an Ranglisten- Leistungsklassen-Turnieren als wichtige Einnahmequelle

Dass die durchaus sinnvolle (moderate) Berücksichtigung von Niederlagen für die LK innerhalb des DTB nicht kommen wird, dürfte vor allem finanzielle Gründe haben: Mit der eingeführten Zwangsabgabe des DTB von fünf bzw. acht Euro für jeden Teilnehmer von LK-Turnieren und Ranglistenturnieren hat der DTB eine reichlich sprudelnde Einnahmequelle gefunden.

Wie hoch diese Einnahmen sind, wollte DTB-Vizepräsident Thomas Heil auf Nachfrage von Deutschlands Tennis-Blog your-tennis.de nicht näher verraten:  

  • „Der DTB-Haushalt wird ausschließlich in der Mitgliederversammlung des DTB behandelt. Wir bitten also um Verständnis, dass wir hierzu keine Angaben machen,“ so der DTB-Vizepräsident und Leiter des Ressorts V (Wettkampfsport) gegenüber your-tennis.de.


Laut eines Protokolls der Sitzung der Kommission für Seniorensport vom 20. Juli 2018 macht das Teilnehmerentgelt schon in dem Jahr ca. ein Drittel des DTB-Haushaltes aus.

 

Reform der Tennis-LK: So geht es weiter

Wie genau die „neue LK-Berechnung“ aussehen wird, wirst Du in Kürze hier bei your-tennis.de lesen können. Ob sich tatsächlich sehr viel ändern wird, darf trotz des sehr langen Reformprozesses bezweifelt werden.

Denn wir erinnern uns: Schon im Sommer 2017 gab es unter vielen Tennisspielern kein anderes Thema als die geplante Änderung des LK-Systems. Sogar ein Marktforschungsunternehmen befragte in einer vom DTB in Auftrag gegebenen umfangreichen Umfrage Spielerinnen und Spieler zu ihren Wünschen und Vorstellungen bezüglich eines neuen Leistungsklassen-Systems – und mehr als 37.000 Teilnehmer antworteten und äußerten sich. 97 % der Befragten bewerteten diese Umfrage durch den Deutschen Tennis Bund und damit die Einbeziehung der Spieler in mögliche Reformen als äußerst positiv.

Nach ersten Auswertungen formulierte der DTB als Ziel, das Leistungsklassen-System sowohl im Sinne der aktiven Spieler als auch der Landesverbände und der Vereine weiterzuentwickeln und uns damit zukunftsorientiert aufzustellen. Bisher wirklich passiert ist: Nichts! Also dürfen wir gespannt sein, wie es ab dem 1. Oktober 2020 mit dem neuen LK-System aussehen wird!


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